Esther Stocker

24.10.–21.12.2018

ESTHER STOCKER
1974 geboren in Schlanders, Italien. Lebt und arbeitet in Wien.

Esther Stockers Werk ist auf geometrischen Grundprinzipien aufgebaut, doch die Arbeiten weisen Brüche und Störungen auf. Sie entwickelt diese als System geometrischer Zeichen- und Rastersysteme in Schwarz-Weiß-Grau, erweitert sie auch in die dritte Dimension und verändert dadurch Raum und Architektur. Ein zentrales Thema ist die „Darstellung eines funktionalen Systems des Ungefähren, die Vagheit exakter Formen“. Die eingebauten Störungen sind oft minimal und lassen dynamische Bildräume entstehen, die ihr vermeintliches Ordnungsmuster verlieren. „Das Raster oder die Ordnung brauche ich“, so die Künstlerin, „um überhaupt erst eine Abweichung davon beschreiben zu können. Systemlosigkeit lässt sich nur durch Systeme beschreiben, sie ist Teil des Systems. Hinter einem Chaos ist immer auch eine Art Ordnung.“ Auch der dreidimensionale Raum wird wie ein Bildraum behandelt, Stocker überträgt das gedankliche Erlebnis in ein Bild hineinzugehen in den realen Raum. Beim Durchschreiten steht der Betrachter mitten im Bild und kann durch Bewegung den Raum immer wieder neu erfahren (etwa auch im Museum Liaunig, für das Stocker eine Rauminstallation entwickelt hat).

Zitiert aus: Günther Oberhollenzer. Geometrische Abstraktion, malerische Experimente und die Überwindung des Zweidimensionalen. Fair – Magazin für Kunst und Architektur 01/2018.