Martin Eiter

15.09.–30.10.2004

Fotografie, das ist ein Ausschnitt von der Welt.
Nur, was ist die Welt?
Die Fotografie von Martin Eiter, geschult an der klassischen analogen Fotografie ist häufig schwarz/weiß, diesmal ist sie farbig, die Welt jedoch bleibt prekär im Perspektivwechsel zwischen Wahrnehmung und Empfindung.
Da in den Moment der Fotografie die Bewegung der Hand, das Subjekt und die Zeit als komplexe Objektivität einfließen, wird ein Bild nicht eine Vorstellung repräsentieren, eine Landschaft kein Landschaftsfoto sein, vielleicht eine Erinnerung.
Der indexalische Charakter der Fotografie, die doch als eine Spur, ein Abdruck des Realen (durch Licht) gilt und der Ausschnitt aus einem Kontinuum, die Kadrage, bestimmen auch die Arbeit an der abstrakten Malerei, die Martin Eiter parallel zur Fotografie entwickelt hat.
Waren die Bilder früher fast farblos, durchsichtig, von Spuren übersät, so sind die Flecken und amorphen Formen seit einiger Zeit in kräftigen, aber subtilen Farben gemalt. Ein (nicht abschließbares) Oszillieren zwischen dem Abstrakten und der Figuration rückt die Arbeit in die Nähe der „mediatisierten“ Malerei.
Die selbe Kippe zwischen gegenständlich und ungegenständlich als Auflösung der Bedeutung des Wahrgenommenen und des Bildes findet sich allerdings auch in den Fotos. Dort zeigt sie sich quasi realistisch, dann als scheinbare Unschärfe, verbleibendes Restlicht oder eine Belichtungszeit, die etwas von der Zeit selbst zeigt, den Gegenstand negiert.
Zuletzt dreht sich alles ums Schauen.
Die Register des Sehens und des Blicks, einander inkompatibel werden vorgeführt, von einem Mädchen und einem Hund: das Schweifen über blaue Wasser.