Rita Ackermann

17.05.–01.07.2000

Die Helden dieser flippigen, mitunter schwer verdaulichen, weil kitschigen Mischtechniken auf Deko-Papier sind Punks, Einhörner, Hexen, Magier, Clowns: Engel einer Zeit, die sich mangels anderer Werte dem Mystizismus zuwenden. In dem Sinne repräsentieren beispielsweise die beiden Punks, die sich in Lebensgrösse gegenüberstehen, weniger Londoner Revoluzzertum der ersten Stunde, als ein modisches Revival, das das emotionale Versagen der Leistungsgesellschaft wiederspiegelt. (J. Hofleitner)
Ein Engel mit abstehenden Ohren, einem ziemlich knappen Bikini, grossen Flügeln und einem Reptilienschwanz. Wie weit Rita Ackermann ihren Bilderzyklus ernst gemeint hat, lässt sich schwer feststellen. Die Hochzeit zwischen Himmel und Hölle - bisweilen gemahnen die visionären Szenen an albtraumhafte Werke von Goya - ist für Rita Ackermann vorallem eine Verbindung zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Ihre Bildvorstellungen schöpft sie den auch stark aus dem eigenen Unbewussten, wobei Worttitel wie "God's Little Helpers", "PunkFuckRock" oder "Prudence is a rich, ugly old maid..." von ihr nicht etwa illustriert werden, sondern lediglich zur Inspiration dienen.

Autobiografisches und Genreüberschreitendes wird darin sichtbar, wenn man weiss, dass Ackermann zusammen mit der Künstlerin Jutta Koether in einer Band namens "Angel Blood" selbst als Sängerin auftritt. Auch ihre Publikation "Revelation" ist denn ein buntes Märchen im LP-Format mit der von Byron Coley geschriebenen Geschichte einer hawaianischen Band.

Jedenfalls entstehen ihre Arbeiten in unmittelbarer Nähe zur amerikanischen Alltagskultur, und irgendwie wirken auch ihre Engel wie "alltägliche" amerikanische Erscheinungen. Pop als der kleinste gemeinsame Nenner Ideologie inklusive der Hoffnung das Bürgerliche zu überwinden.