Armando Andrade Tudela

19.11.2008–28.02.2009

In seiner künstlerischen Arbeit befasst sich Armando Andrade Tudela mit „Informationseinheiten“ – Oberflächen oder Informationselementen, die durch verschiedene Bereiche der Kultur fließen: Geschichte, Architektur, landestypische Paraphernalien etc. Im Zuge dieses Prozesses werden diese Oberflächen zu Berührungspunkten oder -flächen, in/auf denen mehrere Diskurse zwangsläufig aufeinander treffen oder immer häufiger ersetzt und verdrängt werden. Der Künstler spürt diesen Bewegungen nach. Dabei gibt er einerseits vor, jene Umstände zu dezentralisieren, die Zeichen und Symbole festlegen und statisch werden lassen, und anderseits untermauert er die Idee, dass durch die Umgestaltung und Verwerfung von Werten, Inhalten und Prozessen imaginäre Lösungen geschaffen werden können, die uns unsere unmittelbare Umwelt und unseren historischen Hintergrund besser verstehen lassen.

In seinen Untersuchungen stehen die verschiedenen Möglichkeiten, wie Aspekte der Moderne und der Gegenwartskultur in Peru assimiliert und verstanden werden, im Vordergrund. Beide Prozesse werden von der zunehmenden Notwendigkeit überschattet, externe Informationen in konkrete und alltägliche Aktionen zu übersetzen und gleichzeitig den eigenen historischen Hintergrund angesichts der ständigen Aufforderung sich anzupassen neu zu überdenken. Also dienen diese Prozesse nicht nur als Strategien, um unbekannte Informationen durch anwendbare, „greifbare“ Informationen zu ersetzen oder sie zur Gänze zu verdrängen, sondern auch als eine alternative Möglichkeit, alle Informationen einer ständigen Veränderung zu unterziehen. Ebenso lassen all diese Veränderungen eine flexible und erweiterbare Plattform für Dialog und Austausch entstehen – zwei Aspekte, die nicht nur wichtige Voraussetzungen für Tudelas Arbeit sind, sondern auch konstante Metaphern für Subversion, Mobilität und Veränderung darstellen.