Florian Pumhösl

19.11.2008–28.02.2009

In seiner dritten Einzelausstellung bei Krobath Wimmer zeigt Florian Pumhösl (geb. 1971) einen Animationsfilm sowie eine neue Serie von Glasarbeiten.

„OA 1979-3-5-036“ ist die Übertragung eines Musterkatalogs aus dem späten 17. Jahrhundert in einen 16-mm Animationsfilm. Es handelt sich um Take Hiratsugis „Gozen Hiinagata“ (Dress Patterns for noble Ladies, ca. 1690), einem der frühesten Gestaltungsvorlagen für kosode, den Vorläufer des Kimonos. Im Film werden diese Muster selektiert, vereinfacht und neu angeordnet. Das Buch wird dafür negativ auf ein zeitliches Schema übertragen. Der Schnitt stellt das Umblättern dar. Die Formen, die wieder gegeben werden sind Ergebnis eines Vorgangs der Reduktion, bei dem letztlich eine Typologie von Fragmenten der im Buch abstrahiert dargestellten grafischen Elemente – ursprünglich florale und landschaftliche Darstellungen, Alltagsgegenstände und architektonische Elemente – sichtbar bleibt. „OA 1979-3-5-036“ (der Titel gibt der Ordnungszahl der Vorlage an, die sich im British Museum befindet) kann als Aufzeichnung eines künstlerischen Experiments betrachtet werden, in dem die selektive Wahrnehmung einer Form, das Erinnern und Typisieren der Formen eines Katalogs im Vordergrund standen.

Pumhösls Arbeit mit abstrakten Bildern ist stark an die Herstellung räumlicher Konstellationen gekoppelt, etwa an Hängungskonzepte, die Interaktion mit Architektur oder die Koexistenz mit anderen Medien. Dabei steht seit einiger Zeit Abstraktion als avantgardistisches Konzept kultureller Übersetzung im Vordergrund. Sie ist zugleich Methode und Gegenstand seiner Arbeit. Arbeiten von Florian Pumhösl waren in den vergangenen Jahren in internationalen Einzel- und Gruppenpräsentationen zu sehen.