Gerold Miller

19.11.2014–10.01.2015

Krobath Wien freut sich, anlässlich der Vienna Art Week am 18. November 2014 die Ausstellung des Berliner Künstlers Gerold Miller zu eröffnen. Seit Beginn seiner künstlerischen Arbeit verfolgt er eine konsequente Strategie, mit der er sich elegant vom Bild verabschiedet, ohne es jedoch tatsächlich zu verlassen.

Für die Ausstellung hat der Künstler neue „Monoform“- und „Set“-Arbeiten entwickelt. Beide Werkgruppen stehen für seine Auseinandersetzung mit einem radikal reduzierten Verständnis von Bildlichkeit, das er bereits in den 90er Jahren formuliert hat. Die neueren Monoformen beziehen sich auf einige Arbeiten aus dieser Zeit. Sie sind die bisher weitreichendste Stufe bei Gerold Millers Loslösung von einem traditionellen Verständnis von Malerei und Bildlichkeit.

Das klassische Konzept von „Bild“ wird von den „Monoformen“ extrem strapaziert. Aus zwei gleichgroßen und rechtwinkelig montierten Aluminiumleisten bestehend, definieren sie eine angedeutete Fläche als Bildraum: Die Wand wird zum Bild, seine Begrenzung zum Objekt. Der Betrachter muss dabei die eigentliche Bildfindung selber vornehmen. Indem Gerold Miller auf Farbe und Form als gestalterische Mittel verzichtet und auf die Wand als letzten Grund verweist, annulliert er die Grenzen von abstrakter Malerei und minimalistischer Skulptur und dehnt diese Kategorien in den Bereich des Konzeptuellen aus.

Gerold Millers Set berühren Grenzbereiche des Darstellbaren. Sie operieren an den Rändern von Fläche und Raum, Licht und Dunkel, genauer: des Sichtbaren. Großformatige, monochrome Flächen in schwarz oder blau absorbieren den Blick des Betrachters. Kontraste von matt und glänzend lassen illusionistische Tiefenräume aus der Fläche entstehen. Sich überlagernde Farbflächen simulieren räumlichen Eindruck, lassen ihn real werden und zugleich wieder in die Fläche zurück gleiten.

Für Gerold Miller kann es heute nicht mehr das Ziel sein, neue Bilder zu erfinden. Vielmehr geht es ihm darum, durch die systematische Reduktion der gestalterischen Mittel, aus den Resten des Sichtbaren Bilder herauszulösen und greifbar zu machen.