Maria Hahnenkamp

20.03.–15.06.2002

Zur Ausstellung Maria Hahnenkamp

Parallel zur Ausstellung in der MAK-Galerie präsentiert die Galerie Krobath Wimmer eine Auswahl aktueller Arbeiten der in Wien lebenden Künstlerin Maria Hahnenkamp (*1959).

Seit Ende der achtziger Jahre arbeitet Hahnenkamp an Themenfeldern, in deren Mittelpunkt das Bild der Frau steht. So thematisierte die Künstlerin im Zugriff auf private und öffentliche Bilder von Frauen immer wieder die Instrumentalisierung des weiblichen Körpers und die Fremdbestimmung seiner Präsentation.
Hahnenkamps bevorzugtes Medium ist die Fotografie. Sie nutzt sie einerseits als Produkti¬onsmittel und andererseits als Ressource für eine weitere Bearbeitung. In diesem Sinne wurden Bilder, die Hahnenkamp nach spezifischen Kriterien auswählte und sammelte gerade bei ihren jüngsten Museumsausstellungen in Saarbrücken und Linz in Diaprojektionen neu kontextualisiert.
Insgesamt entwirft Maria Hahnenkamp mit ihrer Arbeit Systeme, in denen die konkrete Aus¬einandersetzung mit dem weiblichen Körper Wechselbilder zwischen einem Motiv an sich, Traditionen seiner Verwendung und ikonographischen Zusammenhängen erzeugt.

Der optische Eindruck der nunmehrigen Ausstellung in der Galerie Krobath Wimmer wird durch die Intensität der Farbe Rot bestimmt. Rot ist die Farbe der Kleidung von Frauen, die alleine oder in Paaren – trotz der von Hahnenkamp konsequent beibehaltenen Fragmentierung – absolute Bildpräsenz besitzen. Es sind Photographien von weiblichen Körpern, die sich par¬tiell an eine – im Photo nicht sichtbare – Glasscheibe drücken. Dadurch wirken die Körper an diesen Stellen subtil manipuliert und kaum sichtbar inszeniert.
Damit führen die aktuellen Arbeiten ein Prinzip fort, das im bisherigen Werk modellhaft auch in den jeweiligen Funktionen von Weiß, Distanz und Ornamenten, Hahnenkamps Umgang mit Iko¬nographie und ihrer Verwendung des Körpers angelegt war. Es ist ein Prinzip, das am messer¬scharfen Grad von Illusionismus und Wirklichkeit, von Realität, Verismus und symboli¬schem Gehalt changiert und dadurch im Sinne Silvia Eiblmayrs einen instrumentellen Status innerhalb des Repräsentationssystems, auf dessen Funktionsweise Hahnenkamp Bezug nimmt, inszeniert.

Martin Hochleitner