Thomas Baumann

21.03.–28.04.2001

Mit der Einbeziehung von Prozessoren und elektronischen Teilen in ihren Eigenschaften als Material und Erzeugung von Dynamik, arbeitet Thomas Baumann im Sinne einer veränderten Auffassung von Interaktivität bzw. Wahrnehmung des Betrachters. In der Ausstellung sind großformatige Bilder zu sehen, die der Künstler mit einer selbst gebauten Malmaschine produziert hat. Die Malmaschine selbst ist zu einer dynamischen Raumskulptur umfunktioniert. Dienen die Motoren und programmierten Prozessoren im Malprozess dazu, unterschiedliche Samples in bildnerische Strukturen auf der Fläche zu generieren, so wird sie in der raumgreifenden Arbeit zu einem schiffschaukelartigen Gebilde. Immer wieder greift der Künstler auf bereits verwendetes Material zurück, um es neu zu kombinieren oder umzufunktionieren. Eine mehrmals geflickte Aluminiumfolie –vormals als Bespannung der Skulptur „asliver“ begraucht - wird auf einen Rahmen aufgespannt und mit der Phrase „blow up“ in gleichem silbrigen Material in Beziehung gebracht. Es entsteht die Idee des Bildes als Relikt mehrmaliger Zerstörungen, wieder und wieder zusammengeflickt, immer noch daran festhaltend.
Das CD – Rom – Projekt „plot“ kann als Weiterentwicklung der Malmaschine im virtuellen Raum gesehen werden. Die verschiedenen Ebenen der Einzelzeichen generieren sich selbst als icons und verweben sich auf der gesamten Fläche zu unterschiedlichen Mustern.
Die verschiedenen Verknüpfungspunkte der Materialien und Formen sind auf der Basis der Computersteuerung zu lesen, die den gesamten Raum der Ausstellung zu einer Art bildnerischen Uhrwerksituation generieren. Die Bewegungen sind keine linearen monotonen Abläufe, sondern schließen Ruhe und versetzte Wiederholung, sowie die Idee der Bewegung bewusst ein.

Die CD-Rom ist ein Gemeinschaftsprojekt von Thomas Baumann, Thomas Doppler, Matthias Staudinger und Harald Krejci.