Esther Stocker

21.03.–15.05.2003

Esther Stockers Arbeiten sind konzeptuell dominiert. In ihren ersten Bildern zerlegte sie Portraits in viele Einzelteile, um sie mittels eines strengen Rasters in Segmenten neu zusammenzusetzen.

Den neuen Bildern liegen Studien über komplexe städtische Situationen zugrunde, das Aufspüren von Mustern und Störungen von räumlichen Prozessen. Diese werden abstrahiert und zu komplexen, schwer zu entschlüsselnden Bildern komprimiert. Immer wieder aber wird die Frage nach der Wahrnehmung gestellt, nach welchen Parametern sich das Lesen eines Bildes richtet. Ihre formale Beschäftigung mit Rastern, Modulen und Mustern bezieht sich auf unterschiedliche Referenzen: auf urbane und gesellschaftliche Kontexte, formal auf fließende Vorgänge und disruptive Bewegungen innerhalb konstruierter Systeme. Immer in der völligen Reduktion auf schwarz/weiß, im totalen Verzicht auf Farbe bleibt sie diesem System auch in ihren Videoarbeiten treu: in ihrer Arbeit „sehen als /1" von 2001, manipuliert sie direkt das Zentrum visueller Wahrnehmung: das Auge. Dieser Akt ist wichtig für die Rezeption ihrer Bilder.