Robert Lucander

23.01.–06.03.2004

"Ich liebe Berlins hektisches Tempo," sagt der finnische Künstler Robert Lucander. "Ich kann nicht genug davon bekommen, Leute und Werbeanzeigen und Graffitis zu betrachten. Gestik, Gesichtsausdruck und Slogans sind wie ein Leim, der die Gesellschaft zusammenhält."

Auf den ersten Blick scheinen Robert Lucanders Bilder Portraits zu sein, Abbildungen von Personen in gesellschaftlichen Situationen, häufig in Momenten geselligen Zusammenseins.

Die Herkunft der Bilder ist eindeutig: Models, Musiker, erfolgreiche und amüsante Menschen treffen hier aufeinander, junge und glückliche Gesichter, Gesten, Gläser; alle entstammen sie High-gloss-Magazinen, kalkulierten Werbe-fotografien, dem Lifestyle der modernen Massenmedien.

Die Materialien, die Robert Lucander verwendet, sind denkbar einfach: in Serie hergestellte Holzplatten, industrielle Lacke und Holzfarben, die er in sehr meisterhafter Technik einsetzt. Seine besondere Aufmerksamkeit widmet er dabei dem, was Malerei und Gesellschaft auf den ersten Blick ausmacht: Oberfläche.

Seinen Weg als Maler begann er in der Tradition der modernen amerikanischen Malerei, seine abstrakten Frühwerke erinnern an große Vorbilder wie Barnett Newman und Ad Reinhardt.

Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit stehen heute neben glatten, glänzenden Farboberflächen feingezeichnete Portraitstudien, detailliert gestaltete Gestik und Mimik und eine beinahe plastische Ausarbeitung der Hautpartien.

Glänzende Oberflächen stehen für glatte, gesellschaftliche Situationen, doch studiert Robert Lucander in seinen figurativen Arbeiten weit mehr als die bloße Oberfläche von Malerei, Menschen und Gesellschaft. Worum es ihm wirklich geht, ist die wortlose Kommunikation, ist der ungeschriebene soziale Kodex und dessen Ungereimtheiten, nach dem menschliches Zusammentreffen funktioniert. Ohne es direkt zu denunzieren, bringt er somit das Existenzielle im wahrsten Sinne des Wortes "an die Oberfläche