Florian Pumhösl

23.06.–30.07.2011

Die Ausstellung von Florian Pumhösl, dessen Personale „678“ im Wiener Mumok vor kurzem zu Ende ging, besteht aus einer in diesem Jahr entstandenen 6-teiligen Werkserie. Schwarze 120 x 90 Zentimeter große querformatige Tafel ohne Titel bilden einen minimalen Winkel zur Galeriewand, gerade genug, um ein Stück Flachglas anzulehnen. Es ist ein mit Buchbinderleinen und einer dünnen Trägerleiste versehener Bildhintergrund, wie ihn Pumhösl für die 24-teilige Serie „Bewegliche Bühne“ entwickelt hat, die in seiner Einzelausstellung ebenfalls in der Galerie Krobath vor drei Jahren ihren Anfang nahm und im vergangenen Jahr in einer Personale im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf komplett gezeigt werden konnte. Pumhösl verwendete sie wie eine Kadrierung des Ausstellungsraum, vor den Hintergründen arrangierte er Sequenzen aus abstrakten Glasplattenteilen, die jeweils lose, aber in einer festgelegten Ordnung platziert sind.

In der neuen Serie nimmt Pumhösl darauf Bezug, nur dass das formbildende Prinzip nicht in der Montage von Modulen, sondern in der Fragmentierung eines einzigen seriell eingesetzten Elements besteht: Auf den Bildträgern lehnen 6 hochformatige Tafeln aus 2mm Floatglas, von denen jede ein Gesamtformat von 54 x 36 Zentimetern hat. Die Tafeln sehen auf den ersten Blick identisch aus, erst bei näherem Betrachtungsabstand wird deutlich, dass sie ihrerseits aus Fragmenten wieder zusammengesetzt sind. Diese Flächenteilung besteht zunächst in einer Horizontlinie, welche die Fläche in zwei unterschiedlich große Bereiche trennt, und die in allen Kompositionen ebenfalls gleich bleibt. Die Charakteristik der einzelnen Flächen wird durch vertikale bzw. zweite horizontale Teilungen definiert. Pumhösl stellt die Distribution der Form – veranschaulicht durch das Aufstellen der Glasflächen, das auf die Zeit des jeweiligen Ausgestelltseins Bezug nimmt – in die Nähe bekannter Verfahren abstrakter Bildfindung wie Konstruktion oder Montage.

Pumhösl, dessen Arbeit von den Formensprachen des Konstruktivismus und der Minimal Art geprägt ist, arbeitet mit simplen Verschiebungen oder Ergänzungen innerhalb des Kanons. In seinen abstrakten Bilderzyklen geht es um ein Ausloten der Möglichkeiten eines Bildes jenseits der bloßen Referenz, der Autonomie oder der Darstellung, mittels der Identifikation von Form.