Gerold Miller

24.03.–30.04.2010

Die Galerie Krobath freut sich am 23. März eine Ausstellung mit neuesten Arbeiten des Berliner Künstlers Gerold Miller zu eröffnen.
Nach der von ihm im Sommer 2006 kuratierten Gruppenausstellung „black/white & chewinggum“ und seiner Personale 2008 ist es die zweite Einzelausstellung von Gerold Miller (geb. 1961), der zu den radikalsten Bildhauern seiner Generation zählt.
Seit Anbeginn seiner bildkünstlerischen Untersuchungen in den frühen 90er Jahren verfolgt Miller eine besonders elegante Strategie, um sich in seinen zwischen Malerei und Skulptur pendelnden Wandobjekten vom Bild zu verabschieden, ohne es als sinnlich-sittliche Tatsache aufzugeben.
Seine konzeptuell klar voneinander abgegrenzten Werkgruppen eint ein einzigartiges Phänomen: Sie umschließen einen Leer-Raum als kompositorische Kraftzelle, sind im Zentrum oder in einer prominent platzierten optischen Mitte leer, nur zum Schein geleert oder ganz einfach leer geblieben.
„Indem Miller die Fläche selbst preisgibt und auf die Wand als letzte Fläche verweist, erreicht er nicht nur die Grenzen der geometrischen Abstraktion und der minimalistischen Skulptur, sondern des Modernismus selbst.“
Peter Weibel, in: G.M. – Get Ready; Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof. Museum für Gegenwart Berlin, Heidelberg 2002.
Basierend auf den formalen Errungenschaften der transatlantischen Minimal Art und der mitteleuropäischen Konkreten Kunst, transzendiert Gerold Miller in der aktuellen Werkreihe der „total objects“ die Forderungen nach radikaler Reduktion und einer absolut gesetzten Autonomie des Kunstwerks.
Die zeitgemäße Lebenswirklichkeit visueller Sensationen, und wie sie uns in Design und Mode in bereits gestalteten Farbkombinationen und Formkonstellationen entgegentritt, dient ihm dabei als eine Art bestens erprobtes Ready Made für seine Bildfindungen.
Gerade in den jüngsten Arbeiten Gerold Millers entspinnt sich in der Behandlung der Oberflächen (Verkupferungen mit vielschichtigen Oxidationsprozessen bzw. Verzinken) ein dynamisches Spiel mit den Grundlagen des Optischen. Der Gegensatz zwischen eher ab- und ausgrenzenden, matt gehaltenen Flächen- und Farbpartikeln und den sich zum Raum hin öffnenden Glanzpartien, zwischen sanft modulierten Monochromien und behutsam aufgefächerten Farbklängen treibt seinen bildkünstlerischen Ansatz an den Endpunkt / Urgrund der Bildlichkeit selbst: Maximale Bild-Wirkung bei minimaler Form-Ursache.