Julian Opie

25.05.–31.07.2004

In der Show betritt das Modell den Laufsteg, um sich in bildhaft filmischer Fortbewegung – nur von kulinarischen Drehmomenten des Körpers unterbrochen – in reizenden Posen zu zeigen. Die Einfachheit und Vorhersehbarkeit des Ablaufs ist ähnlich wie beim Strip (und dort noch stärker) als eine Aktivität optischer Reizung zu verstehen, wobei die Schaulust in einer seltsamen Bestätigung der Erwartungshaltung auf sich selbst projiziert wird. Das Modell stellt sich als „sub-iectum“ im wörtlichen Verständnis dar, nämlich im Sinne eines „Unterworfenseins“ unter einen fremden Blick. Diese Bestätigung zeitigt aber auch Brüche. Denn gerade in einem Zuvorkommen der Erwartung behält das Modell seine Souveränität gegenüber der es erfassenden Begierde.