Josef Bauer | Hertha Hurnaus | Fritz Panzer | Sofie Thorsen

10.06.‚ÄĒ31.07.2021

√úber die Ausstellung

JOSEF BAUER
1934 geboren in Wels (A), Lebt und arbeitet in Linz und Gunskirchen, (A).

Einige K√ľnstlerinnen und K√ľnstler, unter ihnen Josef Bauer, widmeten sich seit den 1950er Jahren der Sprache, um in der Plastik neue Wege zu gehen. Bauer war so wie viele seiner Zeitgenossinnen und Zeitgenossen auf der Suche nach einer k√ľnstlerischen Sprache, die es erm√∂glichte, die Welt erneut zu ‚Äěfassen‚Äú. Eine Welt, die mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor riesigen Umbr√ľchen und Neuerungen stand. Eine Welt in der ‚ÄěKrise‚Äú stellt vor allem K√ľnstlerinnen und K√ľnstler vor gro√üe Herausforderungen und vor die Frage, welche Geschichten sich noch erz√§hlen lassen, wenn die erlebten Geschichten schon jede Vorstellung √ľbersteigen. Eine Welt, die aus den Fugen geraten ist, muss gekittet oder besser auf einer anderen Ebene erz√§hlt werden.
Bauers Werk ist von den medientheoretischen und Informationstheoretischen Diskursen der 60er gepr√§gt. “Anfang der sechziger Jahre interessierte mich der K√∂rper im Raum und ich thematisierte den Bereich zwischen K√∂rper und Umgebung.” Josef Bauer.
Als Bauer sich auf den Weg machte, sich die Welt auf einer neuen, abstrakten Ebene anzueignen, wurde ihm bei der Ausformulierung seiner ‚ÄěBild-Sprachen‚Äú die Schrift immer wichtiger. Aus: Harald Krejci ‚ÄěExplorations, 2019


HERTHA HURNAUS
1951 geboren in Linz (A). Lebt und arbeitet in Wien (A).

Die Fotografien von Hertha Hurnaus sind dem Werk des slowakischen Architekten Vladimir Dedeńćek gewidmet, das zwischen 1960 und der Wende im Jahr 1989 entstand. Doch die Bilder sind weniger dokumentarisch, als vielmehr eine Hommage an eine Epoche des Aufbruchs in der Architektur. Durch die Konzentration auf Innenr√§ume und Details lassen sich die fotografierten Bauten nur f√ľr Kenner unterscheiden. Was sie alle miteinander verbindet, tritt in den Vordergrund: Farbkompositionen, die an abstrakte Kunstwerke erinnern. Kaum eine Autostunde von Wien entfernt, entstanden Bauten, die auf heutige Beobachter eher wie Raumschiffe wirken, die geradewegs aus einer optimistischen Zukunft gelandet zu sein scheinen. Aus: Oliver Elser ‚ÄěHertha Hurnaus‚Äú, 2015


FRITZ PANZER
1945 geboren in Judenburg (A). Lebt und arbeitet in Wien, (A).

Laut Wikipedia wurde die Technik erstmals vor 2000 Jahren in China angewandt. Zur Herstellung eines Druckrahmens bespannte man einen Holzrahmen mit menschlichem Haar und befestigte darauf eine Schablone aus Blättern. So entstand möglicherweise das erste Siebdruckbild.
Die Farbe durch ein Gewebe auftragen. So w√ľrde ich die Maltechnik zu diesen Bildern beschreiben, eben um nicht Siebdruck zu sagen. Siebdruck deshalb nicht, weil es mir hier nie um Vervielf√§ltigung ging. Diese Arbeiten sind Unikate.
Der fl√§chige Auftrag von Farbschichten l√§sst sich mit der Siebdrucktechnik gut machen. Hier allerdings auf einfachste Weise: ein Vorhangstoff meiner Mutter diente als Gewebe, aufgespannt auf einem Holzrahmen, die Schablonen aus Zeitungspapier, die Farbpigmente wurden mit Hautleim anger√ľhrt. Fritz Panzer.


SOFIE THORSEN
1971 geboren in Aarhus (D). Lebt und arbeitet in Wien, (A).

Die eingravierten Zeichnungen beziehen sich auf die Farbe und die Form des Steins. Der d√ľnne Strich legt sich in den Vordergrund, dadurch bekommt die Oberfl√§che des Steins eine R√§umlichkeit, die vorher so stark nicht wahrnehmbar war.
Die Steine selbst sind zuf√§llige Fundst√ľcke aus Resten von Steinmetz- und Bauarbeiten. Fragmente von einem Ganzen, das nie mehr zusammenkommen wird.
Die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne, M√ľnchen fand im Zusammenhang des hundertsten Jahrestags zur Bauhaus Gr√ľndung statt. Als eine von f√ľnf Gegenwarts-K√ľnstlerinnen wurde Sofie Thorsen eingeladen, sich mit Bauhaus-Arbeiten aus der Museumssammlung auseinanderzusetzen.
Ihre Bauelemente, gro√üformatige rohe Drahtmodelle, beziehen sich auf 8 kleine Objekte des K√ľnstlers und Architekten Herrmann Finsterlin, die Didyms, wobei Didym f√ľr Zwilling oder Double steht. Zum Teil Spielzeug, zum Teil geometrisches Model, zum Teil Prototyp verweigern sich diese farbenfrohen Kombinationen einfacher Formen jeder klaren Definition, sie k√∂nnten aber als Prototyp eines Baukasten-Spieles gemeint gewesen sein.
Die Arbeit Schlagschatten (Drehbuch oder Partitur) bezieht sich auf Architektur-Skizzen aus den 1960er Jahren, die Vladimir Dedeńćek zum Bau der slowakischen National Galerie in Bratislava angefertigt hat. Der Rhythmus der Zeichnungen beruft sich Dedeńćeks Fassadengestaltung in zwei unterschiedlichen Bauabschnitten. Schlagschatten der Architektur ergeben die rhythmische Abfolge schwarzer Formen. Wir zeigen Vorarbeiten. Die gesamte Partitur ist zu gro√ü, um auf einen Blick gesehen zu werden. Sofie Thorsen.

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